Eine Schlange im See

(meine erlebte Geschichte)


Ach ich weiß gar nicht mehr, es war irgendwann in den 80 ziger Jahren. Ich lebte damals allein und war bei meiner Schwester zu Besuch und erinnere mich, es war ein heißer Sommertag und wir fuhren zum See baden. Dort war es ganz schön, der See lag mitten umgeben von viel Grün, allerdings waren auch sehr viele Badegäste am Strand.
Wir suchten uns ziemlich nah am Wasser ein Fleckchen und breiteten unsere Decke dort aus. Kurz nach dem wir da angekommen waren, wollten wir auch schon ins Wasser. Wir schwammen weit raus, kehrten um und schwammen wieder zurück. Meine Schwester ist dann wieder aus dem Wasser raus, doch ich wollte noch mal eine Runde schwimmen.

Zuerst blieb ich in Ufernähe, planschte ein wenig rum, doch dann zog ich noch mal los. Im Wasser war ansonsten nicht mehr viel los. Bis auf eine junge Familie. Ganz klassisch, Vater, Mutter, Kind. Es war ein kleiner Junge, er war schätzungsweise fünf Jahre.
Alle drei zogen hinter mir ihre Bahnen und genau wie ich bis zu den Bojen. Als ich da angekommen war, hielt ich mich kurz an einer Boje fest, um dann wieder in Richtung Ufer zu schwimmen. Ganz ruhig schwomm ich durch den See und hinter mir, immer noch, oder wieder, diese kleine Familie. Auf einmal hörte ich den kleinen Jungen sagen „Guck mal Vati eine Schlange.“ „Ja“ erwiderte der Vater seinem Jungen.
Oh dachte ich, hier gibt es Schlangen ! „ Guck mal Vati, die schwimmt immer der Frau hinterher“ hörte ich den Jungen wieder sagen. Und wieder antwortete der Vater mit „Ja“. Ich jedoch, wurde nun neugierig und dachte so, es waren doch nur diese drei und ich, hier im Wasser, und hatte so ein Gefühl, mich doch mal umschauen zu müssen.
Und wie ich mich so umschaute, traute ich meinen Augen nicht. Eine Schlange !!! Wenn auch nicht so groß, aber eben eine Schlange ! Sie schwamm hinter mir auf meiner gezogenen Bahn und irgendwie gab sie mir das Gefühl, sie wolle unbedingt auf meinem Rücken mitgenommen werden. Es war nicht mehr allzu weit bis zum Ufer, aber auch nicht bis zu meinem Rücken für die Schlange.

Meine Schwester konnte mich schon erkennen und zuckte nicht verstehend mit ihren Schultern, denn sie konnte nicht verstehen, warum ich wie verrückt dem Ufer näher kam.

Ich fühlte eine unheimliche Angst. Für mich sind Schlangen nun mal keine Kuscheltiere. Am liebsten hätte ich losgebrüllt „Schlange !“ aber das kam mir dann doch zu blöd vor, also bewegte ich lautlos meine Lippen, immer wieder so, als ob ich „Schlange!“ rief, als Antwort auf ihre hochziehende Schulterbewegungen. Das gab mir ein Gefühl, ich weiß nicht , vielleicht, das irgendwer, oder irgendwas, von irgendwo, mir helfen möge.

Endlich am Ufer angelangt, war von der Schlange nichts mehr zu sehen. „Du bist wie um dein Leben geschwommen.“ sprach meine Schwester lachend „Du bist angehechtet gekommen und ich wusste nicht warum, mein Gott eine Schlange.“



„Ja eine Schlange“ antwortete ich ausser Atem.
An diesem Tag bin ich nicht wieder in diesen See zum Baden.


M.Jana Goeritz