Das Buchkaleidoskop - meine Spiritualität in Büchern & mehr



Was es mir erzählt


Wenn wir glauben, das alles was uns begegnet eine Bedeutung hat, kann es uns wohl "umhauen" oder trösten. Spazierem wir am Meer entlang und sehen ein Schiff in der Ferne, glauben wir dann wir müssten uns bewegen? Uns  auf seine Reise begeben? Sehen wir Schiffe im Hafen, glauben wir dann auch wir sollten unseren Anker werfen, oder einfach mal Pause machen, ausruhen? Sicherlich kommt es dann immer auf unser eigenes Gefühl darauf an, was es zu uns spricht. Wir werden also fühlen, ob das was uns begegnet, mit uns zu tun hat. Manchmal sind bedeutungslose Sätze total nervig, und ein anderes mal brauchen wir sie als Pause vom Lernen. "Was es mir erzählt" sind Gefühle und Gedanken, welche in mir wohnen, manchmal auch nur kurz vorbeischauen und manches Mal möchten sie auch in die Welt.



"Ohne daran Festzuhalten"

Letztens hörte ich im Radio die Nachricht, das eine alte Kirche bei mir in der Nähe zur Zeit ein Ort der Einkehr ist für Menschen, welche sich ihre Füße von Fischen beknappern lassen möchten. Diese Kirche empfinde ich, obwohl sie leider nur noch eine Ruine ist, als sehr schön. Es handelt sich um die Wachauer Kirche.

Ich finde dort ist eine ganz besondere Energie zu Hause. Oft besuchte ich sie schon und machte so manches Foto in ihr . Zum ersten Mal fand ich dorthin, weil sie fast auf dem Weg zum See lag. Während der Autofahrt sah etwas versteckt hinter Häuserdächern eine alte Ruine mit Uhr. Rotes Laub windete sich am alten Gemäuer herunter. Wunderschön, dachte ich und die Ruine zog mich sofort in ihren Bann. Auf dem Rückweg ging ich in die Ruine hinein und nach meinem ersten Besuch, tat ich dies immer mal wieder.  Und als ich mir das so durch den Kopf habe gehen lassen, erinnterte ich mich noch daran, das ich mal mit mit meinem Mann ein altes Rittergut besuchen mochte. Im Ort angekommen, fanden wir es nur nicht gleich. So schlug ich vor, das Auto abzuparken und jemanden nach dem Weg zu fragen. Gedacht, getan . Die Leute luden uns damals mit ein, in ihre Kirche zu kommen, sie würden gerade ihr Dorffest feiern. Ja, warum denn nicht, also gingen wir mit in ihre Kirche. Dort angekommen, staunte ich. So unscheinbar das Gemäuer auch von außen  war, so wundervoll war es im Inneren. Eine wunderschöne Orgel durften wir sehen und auch ein Spiel auf ihr vernehmen und

eine alte Holzdeckenmalerei wartete auf. Nie wäre ich auf den Gedanken gekommen in diese Kirche zu gehen, wenn da nicht diese netten Menschen gewesen wären. Danach fuhren wir zum Rittergut.  Ein anderes Mal wollten wir zu einem Ausflugsziel fahren, aber kamen in einen Autobahnstau. Wir standen unweit vor einer Ausfahrt, und von da  würden wir auf den blühenden Hügel kommen, der sich in der Ferne auftat und auf dem sich ein großes Gebäude befand.  Fahren wir dort eben ab, und schauen was sich dort oben findet, meinte ich und so machten wir das. Wir parkten und gingen durch eine blühende Landschaft zum Gipfel, der etwas 250 m über NN war. Und  oben angekommen staunte ich, es fand sich eine alte Kirche. Die Pforte die fehlte, war sehr schmal gehalten und wir gingen hinein. Es fand sich  sogar ein Altar mit brennenden Kerzen.

Mein Gefühl führte mich wohl? Es war bereits die dritte Kirche in Folge, welche ich besuchte, ohne das ich es vorher auch nur geahnte hätte, das ich dorthin gelangen würde. Doch bei drei blieb es nicht. Die vierte Kirche, welche ich besuchte, es aber bei meinem Aufbruch noch gar nicht wusste, war die Kirche in Gernrode. Wir waren auf der Roseburg im Harz und wollten nach Halberstadt zum Dom. Doch wir standen drei Stunden im Stau und nach dem Besuch auf der Burg hatte ich keine Lust mehr bis nach Halberstadt zu fahren, aber hatte auch noch keine Lust wieder den Heimweg anzutreten. So gab uns die nette Cafebetreiberin einige Ausflugstipps ganz in der Nähe, dazu gehörte auch die Kirche. Dort angekommen, staunte ich nicht nur über diesen großen Bau als solches, sondern über die schöne Wandmalerei im Inneren der Kirche.

Alle vier Kirchen beeindruckten mich auf ihre ganz eigene und doch besondere Weise. Und alle vier besuchte ich ohne es vorher zu wissen oder geplant zu haben. Ja nicht einmal geahnt hatte ich es! Zufall? Nein, das glaube ich nicht! Das wäre zu viel Zufall und für mich nicht glaubwürdig. Vielleicht lenkte mich mein Gefühl?  Vielleicht meine Seele, die mir damit etwas mitteilen möchte? Vielleicht, etwas vielleicht zuviel? Vielleicht! Vielleicht aber auch nicht! Selbst habe ich mir meinen Reim schon darauf gemacht und mein Gefühl ging mit. Aber ist es nicht wunderbar, wie wir geführt werden, wenn wir unserem eigenen Gefühl vertrauen? Was ist ihnen schon in so einer Art und Weise begegnet, das sie selbst ins Staunen kamen?  Wenn wir nicht unbedingt an etwas festhalten, das wir gerade nicht haben können, finden sich wohl Wege, die wir sonst nicht finden würden. Und jeder Weg, alles was uns auf ihm begegnet hinterlässt eine Spur in uns. Ich hätte meinen See besuchen  und die Ruine, Ruine sein lassen können, wir hätten den Menschen nicht in die Kirche folgen müssen, ich hätte Trübsal blasen können im Stau und unser eigentliches Ziel, was wir dann Monate später besuchten, an diesem Tag noch anvisieren können und wir hätten den Dom in Halberstadt einen Besuch abstatten können genau an diesem Tag, so haben wir diesen Besuch auch erst später gemacht.  Doch hätten wir das so getan, wäre mir auf jeden Fall viele Schönes entgangen. Nicht nur Schönes zum Anschauen, sondern vor allem Schönes für mein Gefühl.  Dankbar.


"Wenn alles stimmt"



"Inneres Kind"


Oft, wenn wir in der Erinnerung weilten,
weintest du, deine Augen so klein.
Sie hätten alles gewonnen, als du das Licht der Welt erblicktest.
Doch du fühltest dich allein und wohl nichts heilte deine Wunde.
Ich weiß, deshalb bin ich erwachsen geworden, um dich zu trösten, zu halten, dir zu zuhören, dir zu erklären, dich zu lieben und mit dir zu lachen.
Ich halte dich geborgen, singt auch einmal das Kind vom Sturm sein Lied.
Du wunderbares Kind, du Liebe meines Lebens,
bist groß, doch warst nicht groß genug für die, die dich übersahen.
Jetzt bin ich da und heile dich im Grünen Licht der Ewigkeit und schenke dir Liebe, im Hier und Jetzt.
Denn du hast an mir gerüttelt, in deiner Kindmanier. Golden dein Licht, scheinst durch mich, auf die Welt.
Ich liebe dich.



"Sie fragt sich"

(Fotoquelle: https://pixabay.com)


Hat sie sich verannt?
Nein, sie ist noch auf der Suche.
Ist schon so lang unterwegs.
Geht am Tag und auch des Nachts,
verlor manches Band, doch nie ihr Ziel aus den Augen.

Hat sie sich verirrt?
Nein, sie sie richtig hier.
Ist schon lang auf dieser Welt,
aber fühlte sich manchmal traurig.
Doch schaut am Tag der Sonne entgegen,
und des Nachts funkeln die Sterne, auch für sie.
Ist sie das? Ist sie das? Ja, das ist sie auch.

Hat sie verloren?
Nein, sie hat gewonnen.
Suchte sich in jeder Schublade, fand sich immer mehr.
Alles tanzt, das Vertraute, auch das Neue.
Kommt noch was? Kommt noch mehr, das sie entzückt?
Alles, was in ihrer Seele wohnt, wird es zum Leben erweckt?





"Wie ein Elefant"



Wie ist das bei Ihnen? Mein Gedächtnis, ist ein Elefant! Ich weiß alles noch, das Gute und das weniger Gute. Und es war gut, das weniger Gute zu klären, so gut es möglich war, und das Gute zu behalten.



"Frohe Ostern"


Das Ostern ein christliches Fest ist, wissen wir wohl alle ! Und warum? Das wissen wir auch.  Doch jeder begeht dieses Fest wohl anders. Für viele sind es vielleicht nur ein paar freie Tage vom Arbeitsstress und für die anderen? In meinem Zuhause zieren ein paar bunte Ostereier einen kleinen Strauch und ein paar Häschen die Räume. Allerdings kommt kein Hase in die Pfanne, das wäre ja unerhört! Schließlich ist er es, der die kleinen Geschenke bringt und uns freudig suchen lässt. Und es kommt auch kein Lämmchen auf den Tisch. Dieses kleine Wesen sollte auch bei seiner Mami bleiben dürfen!
Was ich jedoch gern tue, ist dem Osterfeuer beiwohnen. Es ist für mich immer wie ein Ritual. In mitten einer Menge von vielen Menschen stehe ich am Feuer und sehe den Flammen zu, wie sie sich durchs Geäst fressen. Im Geiste gebe ich an diesem Ort alles Alte, das Vergangene, das was mir ungut erschien, in die lohdernden Flammen und sehe zu, wie es sich vor meinem geistigen Auge auflöst. Und es  ist wie ein Abenteuer, was sich in den Flammen alles zeigen kann! Das halte ich mit meiner Kamera fest. Warum gebe ich es ins Feuer? Vielleicht liegt es einmal daran, das ich in einem Feuerzeichen geboren wurde?  Vielleicht liegt es daran, das ich mit einem Feuermal auf die Welt kam, es aber nicht mehr habe? Ganz bestimmt liegt es tief in meiner Seele begründet, warum ich dieses Ritual für mich schätze. Es fühlt sich für mich auch erleichternd an, das was hinter mir liegt, und das ich doch noch im Gepäck habe, dort frei zu lassen. Weil dann Platz im Gefühl wird, für das Neue, das ich Willkommen heißen möchte. Das, was ich mir erhoffe, wünsche und in das ich meine Kraft investiere, das was sich für mich gut anfühlt.  Ich tue dies, weil ich mich selbst liebe. In diesem Sinn wünsche ich allen Lesenden ein schönes Osterfest, ganz nach ihrem Belieben.



"Die Stunde der Wahrheit"


Die Stunde der Wahrheit bleibt, auch in der Sommerzeit ! Ist es verrückt? Wir drehen eine Stunde die Uhr nach vorn und schon leben wir in einer anderen Zeit. Was geht uns verloren? Für mich wieder einmal die Zeit darüber nachzudenken, was wichtig ist! Gesundheit, Liebe, Zwischenmenschliche Beziehungen, auch Geld und noch einiges mehr. Wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät? Diese Sätze kennen wir und vielleicht machen wir das Beste daraus. Alles was uns nicht mehr dienlich scheint, an Gedanken und Gefühlsmustern lassen wir einfach mit der  Stunde gehen, die uns gemopst wird. Es entschwindet im Nirgendwo, vielleicht möchte es jemand anderes haben. Und weil wir weitsichtig und positiv denken, lassen wir im Herbst auch nur Gutes und positives zu, wenn die gemopste Stunde zu uns zurückkehrt. Denn wir haben bis dahin ja genügend Zeit an uns zu arbeiten. Als Ritual können wir uns verschiedener Möglichkeiten bedienen. Geistig einfach alles in ein Gefäß geben und es vor unseren Augen auflösen lassen, oder wir basteln wirklich aus Papier ein oder mehrere kleine Boote und lassen sie wenn möglich, auf einem Fluss ziehen. Wir könnten auch alles Ungute aufschreiben und verbrennen, oder vergraben.

Aber wir könnten auch nur das Aufschreiben, was wir im Leben haben möchten. Die Boote die wir aussenden, könnten unsere Wünsche tragen und unser Gefühl erzählt die Boote fahren, um diese Wünsche für uns abzuholen und in unser Leben zu bringen. Unser Gefühl entscheidet! Und haben wir unser Rital beendet, dann nicht mehr an der alten Energie festhalten, sondern im guten Gefühl bleiben, das sich nun mit dem Besseren schon beschäftigt. Uns allen Gutes Gelingen.


"Das Wiederkehrende"



Manchmal begegnen uns im Leben Menschen, oder auch bestimmte Situationen immer wieder. Immer wieder wird es wie ein Film endlos abgespielt und unser einer ist mittendrin. Mittendrin in einer Endlosschleife wie es scheint. Doch genau das sollten wir nicht glauben! Wichtig ist für uns nur, was möchte uns das alles sagen? Was haben wir noch nicht gesehen, wahrgenommen, gar beachtet?
Ein Mensch, ein Gefühl, eine Situation, die uns gefangen halten möchten und wir so gar nicht damit einverstanden sind, wie es sich gestaltet, kann doch nur heißen, sich aus der Schusslinie dessen zu bringen. Trampelt ein Mensch auf unseren Gefühlen herum, lassen wir es womöglich auch zu. Also sind wir nicht in unserer Eigenliebe. Nun aber schnell !  Ein Mensch der unsere ihm gesetzten Grenzen nicht akzeptiert, hat nichts in unserem Leben verloren! Das sollte sich ein Jeder wert sein! Natürlich kann sich das alles manchmal nicht so einfach gestalten, wie es sich anhört oder liest, aber Schritt für Schritt immer mehr zu sich selbst hin, wird es gelingen.
Sobald zwei, oder mehr Menschen miteinander zu tun haben, kann es immer zu verschiedenen Meinungen kommen, ganz einfach, weil ein jeder Mensch seine eigenen Gefühle hat, auch für ein und dieselbe Situation. Das ist normal. Doch kann man sich nicht einigen und kommt man nicht zu einem Kompromiss, welcher für jeden der Beteiligten tragbar wäre, sollte man seine eigenen Wege gehen. Das glaube ich, kann man im Alltag in mancher Situation, aber auch in der Liebe leben, wenn es denn öfter vorkommt! Und das ist auch akzeptabel für Jeden, der Liebe in sich trägt. Sicherlich nicht einfach, aber wie sollte es sonst gehen? Denn ein jeder hat ein Recht auf das Erleben seiner Gefühle, die ihm gut tun, jedoch ohne einen anderen absichtlich zu verletzen. In diesem Sinn, lassen wir die Menschen mit ihren Gefühlen los,  die uns nicht gut tun und besinnen uns auf uns selbst und auf die Menschen, und deren Gefühle die uns wirklich auf unserem Weg zur Liebe unterstützen und wir sie. Lassen wir nie wieder zu, dass das Gefühl eines anderen Menschen, der sich nicht wie wir selbst es mögen, uns gegenüber verhält, eintreten. Liebe.


"Erster Advent"



Nun ist es wieder so weit.  Advent, Advent, das erste Lichtlein brennt. Der erste Advent ist der Beginn der Weihnachtszeit. Und heißt wohl nichts anderes, als Warten, Hoffnung, auch Vorbereitung für das große Fest der Liebe. Und wie steht es mit der Liebe? Heute morgen besuchte ich das erste Mal in diesem Jahr den Gottesdienst unseres Stadtviertels. Es war ein Familiengottesdienst und dementsprechend waren auch viele Kinder zu gegen. Ein Mädchen vergab gleich bei der Ankunft im Gotteshaus die Gesangsbücher, andere kleinere Kinder quengelten oder weinten, wieder andere Kinder gingen umher im Gotteshaus und ein paar wenige, saßen bei ihren Eltern.
Dieser Gottesdienst machte etwas. Er machte etwas in mir. Ich verstand nicht nur, sondern fühlte auch, das nicht immer die Familie, die Familie sein muss. Familie, das können auch Menschen sein, die man bisher noch gar nicht kannte, vielleicht weil sie ein Gefühl mit einem gemein haben, offen zu sein, offen für liebenswerte Worte und Gesten. Gefühlt hatte ich es, als nicht nur mein Mann eine meiner Hände nahm, sondern auch ein fremder Mann neben mir auf der anderen Seite der Bank. Der Fremde schien keinerlei Berührungsängste zu haben und hielt meine Hand bis zum Ende des Textes, den der Pfarrer vorgelesen hatte. Zu Anfang hielt er mir seine Hand hin, so daß ich die meine nur hineinlegen musste. Etwas zögerlich, doch schlussendlich entschlossen reichte ich ihm meine Hand und ja, ich lebe noch. Dort, wo so viel Gefühl für die Familie einst war, nahm ein Fremder den Platz in diesem Moment ein. Es hätte auch eine Frau sein können, ein Kind, um das Geschlecht ging es nicht, nur darum, das eine andere Tür offen stand und so fühlte ich mich gehalten von zwei Seiten und war dankbar dafür. Advent, eine Zeit die für vieles stehen möge. Für die innere Einkehr, aber auch für die äußeren Zeichen und sind es nicht diese, welche uns Hoffnung schenken können? Advent, eine Zeit, welche uns zeigen kann, wie viel Herz wir leben können, jeder Einzelne von uns. Und natürlich sollte dieses Gefühl immer zugegen sein, nicht nur zur Weihnachtszeit. Doch mein Gefühl ist noch immer so, das immer wieder zur Advents-und Weihnachtszeit die Herzen der Menschen mehr geöffnet sind, als in der übrigen Zeit des Jahres. Aber ich habe Hoffnung, das sich das auch ändern kann. Immer ein bisschen mehr. Schritt für Schritt. Liebe dich selbst und du wirst geliebt. Was für wahre Worte! Heute im Gotteshaus habe ich diese Liebe empfangen dürfen, einfach so. Nicht weil ich das tat, was andere von mir forderten, oder weil ich irgendeine Leistung erbracht hatte. Oder etwa doch? Ja, vielleicht hatte ich eine Leistung erbracht. Nicht im Gottesdienst, sondern schon viele viele Jahre zu vor. Ich war immer ich selbst ! Ich schenkte gern, ich half gern, ich war gern für andere da, doch ich konnte auch einfach -Nein- sagen! Denn ein -NEIN- zu anderen, war für mich einfach nur ein - JA - zu mir selbst. Und ja, vielleicht musste der eine, oder andere schon wegen meiner Erfahrungen, welche ich dadurch machte, etwas schlucken. Und ein gebranntes Kind scheut das Feuer nur solange, bis es geheilt ist? Nun wünsche allen einen schönen, vielleicht auch besinnlichen ersten Advent.



"Vergebung"


Gehe ich in die Welt,
gehe ich mit meinen Farben.
Sie leuchten oft hell,
und ja, manchmal schon lagen sie auch im Schatten brach.

Sehe ich in die Welt,
sehe ich so vieles auch.
Ging schon über manche Brücke,
welche auch einer meiner Farben trug.

Fühle ich mich aber in meiner Welt,
fühle ich Stärke und ich fühle tief.
Ich fühle Frieden und ich weiß,
das ist das Fühlen, das ich suchte,
um meinen ganz eigenen Weg zu gehen.

Nahm ich wahr, was mir begegnete,
nahm ich Vater und Mutter wahr.
Sah durch eine große Brücke,
ging darüber und nichts war wohl wahr.

So bin ich anders, als sie es je waren.
So bin ich nicht anders, als sie es sind.
So bin ich ihr Kind, auch nach all den Jahren,
nur das ich eben fühlen kann.



"Die Lebensschale"


Unsere Lebensschalen enthalten viele Möglichkeiten. Wir dürfen jeden Tag eine andere Farbe wählen. Jeden Tag etwas Neues lernen, das uns Freude bereiten darf. Die Schale jedoch bleibt was sie ist .. LIEBE .. und schenkt das Leben zwei Menschen eine dieser Schalen .. nennt man das wohl Heilung für zwei Herzen





"Die Könige unserer Zeit"

       

Sind sie königlich?
Regieren sie noch, oder lieben sie schon?
Macht oder Liebe?
Wer, wenn nicht die Könige, besitzten die Macht, von ihr keinen Gebrauch zu machen, sondern aus und in Liebe zu handeln? Die Königinnen !





"Aus der Seelenmitte ans Licht"


Öffnen wir uns für die Einsicht, das wir die eigene Seele wieder fühlen möchten, dürfen wir einen Schatz heben, tief aus der Seelenmitte. Und dieser Reichtum schenkt ein großes Leuchten, kommt er ans Licht. Seine Farben strahlen in den vielfältigsten Nuancen und sie werden bleiben. Nur ein klein wenig Erinnerung wohnt noch in uns, damit wir verstehen.

14.08.18 Jana Goeritz



"Reise aus der Nacht"


Die Nacht, sie geht auf Reisen. Sie reist nun in den Tag und ein heller Diamantglanz erinnert sie daran. Blumen thronen auf der Erde, ihre Köpfe bunt und schön, doch so einen hellen Diamanten, haben sie noch sie gesehen.

14.08.18 Jana Goeritz



"Wenn die Nacht zum Tag gemacht"


Wurde die Nacht zum Tag gemacht, und Ruhelosigkeit wuchs über sich hinaus, lernten wir uns im Angesicht der Wandlung zu behaupten. Das Ende war nah und diese Nähe verpflichtete wohl zu Höchstleistung, für ein Jeden für uns.
Alte Muster verloren und neue brauchte es nicht. Es brauchte Liebe und dieses Gefühl empfinden zu können, war eine Aufgabe, welche uns hatte zurück weichen lassen und doch, hatten wir sie angenommen, ohne es bemerkt zu haben. Nur andere wohl, und sie trugen noch immer ein Gefühl der Angst in sich, bis auch sie fühlten, wir werden es auch noch schaffen, der Welt unser wahres Gesicht zu zeigen und sie machten die Nacht zum Tag und wieder hatte Ruhelosigkeit sie ergriffen, um alles um und in sich zu deuten, für ein gute Reise, damit die Zeit die schnell verging, auch wieder in ihren Händen weilte. Vergebung, war ein Schlüsselwort und der Schlüssel zu dieser Tür, lag in uns von Anbeginn. Doch, wenn die Neugier auf Leben am Boden lag, wen interessierte ein Schlüssel, selbst wenn er vor der Nase war. Da brauchte es mehr. Es brauchte Kraft und so manches zeigte sich, mit dem man am Morgen aufgewacht. So weiter machen wie bisher? Nein! Und als diese Entscheidung fiel, bewegten wir uns nicht mehr von links nach rechts, oder anders herum. Wir hatten ein Ziel! Und es war nah. LIEBE,

13.08.18 Jana Goeritz




"Regen fiel ins Paradies"


Regen fiel ins Paradies, doch das Grün der Erde erblühte wie nie. Unentwegt der Sonne nur zu folgen, ein Mühsal der Zeit, das wohl vieles zeigt, was wir unter dem Seelenmantel halten.
Erinnerungen in Fluss, hindurch durch die unzähligen ausgetrockneten Rinnsale, und das machte es noch unbeschreiblicher, als wir uns denken mochten.
Oase, ein schöner Ort in sandigen weiten Flächen, die es gelernt hatten, Gäste zu bewirten und sie gaben so lange, sie am Quell gesessen.
Luft klirrend heiß, wo Gedanken reisten und die Gefühle sich bahnten, hindurch durch ein Land, das Liebe hieß. Es war ein Land der Menschen, welche mutig waren, ihre Wege als die Wege anzusehen,die sie eines Tages sich selbst näher bringen würden. Und solltest du dennoch sagen, frage mich im Morgenland, könntest du doch gar nicht wissen, ob die Früchte der Oase, bis dahin nicht vertrocknet sind.

08.08.18 Jana Goeritz


"Silbernes Sternenmeer"


Das silberne Sternenmeer entzündet seine Lichter der Nacht und Abertausende funkeln über Jahrtausende schon, durch Raum und Zeit. Und schauen wir zum Himmel in einer warmen Sommernacht, erreicht uns ihr Licht Seelentief.
Ein Ozean an Lichtern erblicken unsere Augen und denken wir an Morgen, denken wir nichts. Wir fühlen uns vielleicht dorthin, wo wir eine Ahnung von dem erhaschen, was es mit uns tun könnte, wären wir dort in diesen Sphären.
Die Erinnerung des Tages, lassen wir wohl in diesem Augenblick gehen. Sie entschwindet ins Nirgendwo, sie zieht davon, wie ein Nebelschleier, der sich lüftet im frischen Morgen. Doch er kann beides, er lässt nichts sehen und er lässt Blicke zu. Nur die Wärme der Sonnenstrahlen erreichen ihn in seiner tiefsten Mitte und das allein, kann seine Angst entzünden. Er geht, er löst sich auf in mitten von Grün, das die Hoffnung eins säte und doch wohl vergaß zu beten. Und die Sterne über uns erzählen in Geschichten, bunt, auch in schwarz-weiß, doch läge es an uns allein, wäre es dann nicht an der Zeit, das Bunte zu finden, das Farbenfrohe? Sind es nicht die Seelen der Liebe, die sich wiegen im Sternenzelt und schaukeln sie im Mondenschein durch unzählige Lichter hin und her? Ein Blütenkleid und ein Zylinder, ein Licht für zwei in dunkler Nacht, erreicht so manche Seele immer, doch was es wohl mit dem Menschen macht, diese Frage ist noch ein Geheimnis in einer warmen Sommernacht.

07.08.18 Jana Goeritz




"Ein Flügel"


Leise ging ich durch die andächtigen Räume, welche einst mit klösterlichen Leben erfüllt. Der einstige Versammlungsraum der Mönche, ein Saal beeindruckend anders begrüßte er mich.
Ein Flügel wartete auf. Ein Flügel, versteckt unter einer dunklen Decke, damit er den Staub der Jahre nicht empfinden muss.
"Wo war der Maestro?" dachte ich mir.
Warum steht dieser Flügel weit ab vom Leben?
Und warum hier und nicht auf einer Konzertbühne?
Etwas in mir, hatte mich nicht so recht weiter gehen lassen, doch was es war, darauf konnte ich mir keine Reim machen.
Immer wieder sah ich zum Flügel, obwohl die Räumlichkeit viel Schönes zu bieten hatte. Alte Säulen stiegen vom Boden empor, mit reich verzierten Details. Sogar Farbe trugen sie, bis auf den Flügel, der stand dunkel eingepackt in mitten des Raumes und wartete wohl auf bessere Tage.
Und als ich mich dann los eisen konnte von seinem Blick, betrat ich den nächsten Raum im Kloster. Ein Lächeln kam auf mein Gesicht. Eine große Tafel aus Holz, die mit vielen Stühlen umgeben war, zierte diese Räumlichkeit. Kleine Accessoires, rundeten diesen Raum ab und nun war irgendwie mein Innerstes beruhigt. Hier also, saßen die Gäste der Veranstaltungen, welche dem großen Meister lauschen durften, wenn er seinen Flügel zum Klingen brachte.
Der Brüdersaal ein Relikt aus grauer Vorzeit, doch im Heute eine Art Heimat für einen Flügel, der seine Stimme nie verloren gibt.

Jana Goeritz  04.08.2018


"Wenn Liebe lebt"

 

Mitten im Gehen hielten wir inne. Auf einem abgeholzten Baumstumpf, saß eine Amsel. Und obwohl ich nur etwa drei Schritte von ihr entfernt war, blieb sie auf ihrem Platz und bewegte sich keinen Millimeter. Nun fragte ich mich "Was ist mit ihr?" Still schaute ich ganz genau auf diesen Vogel und ich sah wie sich ein Augapfel bewegte. " Was ist mit dir?"  fragte ich sie "Ich hoffe du kannst noch fliegen?" Die Amsel sah wie angewurzelt aus. "Seltsam, meinte ich, sonst fliegen die Vögel doch weg, wenn man ihnen zu nah kommt." "Geh doch noch einen Schritt auf sie zu."  meinte meine Begleitung, doch ich antwortete "Nein. Womöglich erschrecke ich sie dann zu sehr." Irgendwie konnte ich aber auch nicht weiter gehen. Es bereitete mir etwas Sorge, das sie einfach da, auf dem Baumstumpf war und nicht weg flog. Ich bemühte mein Gefühl, und gab der Seele zu verstehen, das es mich beruhigen würde, wenn ich sehen dürfte, das sie fliegen kann, sonst müsste ich sie irgendwie zum Tierarzt katapultieren. Kaum hatte ich es abgesandt, erhob sich die Amsel in die Lüfte und flog auf einen Baum. Danke. Wir gingen weiter und später dachte ich noch einmal darüber nach. Warum sahen wir diese Amsel? Warum blieben wir bei ihr stehen? Warum machte es mir Sorge, obwohl ich gerade selbst auch Hilfe benötige? Warum flog die Amsel nach meiner Bitte auf ? Die Antwort kann doch nur LIEBE sein.

Jana Goeritz  08.07.2018


"Dornröschen"

Langsam, ging ich auf dem von Bäumen gesäumten Weg. Das grüne Laub über mir fühlte sich an wie ein Schutzmantel. Die Allee, so prächtig stand sie da, und als ich fast hindurch war, zeigte sich mir etwas, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Ein Turm groß und begrünt thronte er vor mir und ich wusste nicht, finde ich hier zu Dornröschen, oder ist sie in mir?
Mit meinen neugierigen Blicken blieb ich hängen am Grün, welches den Turm zierte.Und als ich zum Fenster hinauf schaute, fühlte ich diese Verschlossenheit, die sich ja auch zeigte, doch ich hatte sie auch im Gefühl. Es war seltsam, so als wollte mir etwas sagen, du bist frei, du bewegst dich doch schon fort. In diesem Augenblick, fühlte ich Leichtigkeit und das Gitter am Turm hatte mich ohne Angst gehen lassen. So ging ich um diesen Turm herum und als ich in sein inneres kam, aus ungeklärten, aber doch freiwilligen Schritten, ertönte eine liebliche Melodie. Schön klang sie und dennoch hatte sie mich nicht in ihren Bann ziehen können, denn ich fühlte, sie spielte nicht für mich.
So ging ich meines Weges und fand wieder hinaus. Dornröschen war schon längst erwacht.

Jana Goeritz  03.05.2018


"Einen Moment nur"

Manchmal gibt es Tage, da hat man schon das Gefühl, sie gehen nur so dahin und manchmal gibt es Tage, die werfen Fragen auf, oder die lassen uns zumindestens mehr nachdenken als sonst. Da ging ich meines Weges und just in einem Moment war ich an diesem Ort, wo ein Baum stand, dessen Ast einen Knick hatte und genau in diesem Astknick verfingen sich scheinbar die Sonnenstrahlen und sie umhüllten diesen. Ja, und ich hatte mein Foto. Natürlich war es nur ein Foto und natürlich hätte ich auch meinen können, ein Baum, ein Ast, ein paar Sonnenstrahlen. Doch genau dieses Foto konnte ich nur dort, an diesem Ort haben, zu genau dieser Zeit. Etwas in mir schien sich zu bewegen.
So wie mehrere Zahnräder ineinander greifen, fühlte es sich für mich an,
"Ist es nicht immer so? Man muss am richtigen Ort, zur richtigen Zeit sein, zumindestens sehr oft im Leben?" So fühlte ich es tief in mir, dass in diesen Worten eine unglaubliche Wahrheit lebte. Ich fühlte es so tief und wahr, das es in mir ganz warm wurde und sich eine Leichtigkeit, welche nicht von dieser Welt schien einstellte. Was Gedanken, Gefühle vermögen, welche sich als wahr zeigen, darf groß sein. In einem Moment nur bewusst gefühlt, das Leben ist einzigartig und dieses schöne Gefühl darf bleiben.

Jana Goeritz  03.05.2018



"Gotteshaus"


Demut. Es war, als ginge ein altes Leben durch mich hindurch. Erfürchtig schaute ich nach oben und fand zu gleich kein Wort dafür, was in mir vorsich ging. Vielleicht war es ein Gefühl, von schon einmal da gewesen zu sein. Vielleicht nicht in diesem selben Gemäuer, das sich vor mir auftat wie ein Riese, aber in einem ähnlichen, an einem anderen Ort? In mir Stille und eine Art Unglaublichkeit, denn diese Größe konnte ich nicht erfassen, wenn dennoch berühren.
Welche Art Mensch beherbergte dieses einstige Gotteshaus? Welche Gebete sitzen noch im Gemäuer? Woher kamen diese vielen Steine? Und wer waren die, die sie aufeinander legten, um etwas Großes entstehen zu lassen? Auf einmal sind so viele Fragen in mir, welche Antwort suchen. Es ist wohl etwas sehr Großes, das zu viel auf einmal wäre es zu erfühlen und ich lasse meine Fragen, Fragen sein. Die Antworten, sie werden zu mir finden, dann wenn meine Seele bereit dazu ist, ich werde es fühlen.

Jana Goeritz 08.04.2018



"Nachdenken"



Erinnerungen. Wie viele Schritte zählte er schon? Wie viele Gedanken haben sich hier verloren? Und welches Gefühl, erblickte in ihm eine Welt, welche sich erfüllte? Unzähliges, Ungesagtes, Wiederkehrendes, alles ist wohl möglich? Und der Mensch, der sich hier bewegte, wohin schweiften seine Blicke? Nach innen? Ja, womöglich. Kurios, wenn er dem Kreislauf seiner ewigen Gedanken entfliehen wollte, um im Kreis zu gehen. Wie sah wohl die Antwort aus? Schritt für Schritt, bedächtig vorwärts gehend, im Angesicht Gottes, oder brauchte er eine Pause?
Doch, wäre es nicht verwerflich dieser Pausengedanke? Gerade weiß ich es nicht. Vielleicht, weil ich mir zu sehr ein Leben vorstelle, welches es so vielleicht gar nicht gab
. Oder doch? Zentrifuge.

Jana Goeritz 11.03.2018




"Zurück in den Fluss des Lebens"




Wenn etwas das zu Eis erstarrt, wieder ins Leben findet, dann gibt es etwas Großes. Etwas, das dem eigenen Leben wieder einen Teil seines Mosaiks zurück schenkt. Jedoch wird sich erst zeigen, ob man gelernt.

Jana Goeritz  11.03.2018



"Im Fluss"

 

Eine Träne befreite sich aus ihr und fiel auf einen der vielen Steine im Flussbett. Eine kleine Welle nahm sie mit sich fort und der andere, der am Ufer stand und dem Lauf des Flusses zu sah, ahnte nicht einmal, das etwas von ihr auf Reisen ging. Wie lange wird sie reisen, bis sie zum großen Meer gelangt? Diese Frage fühlte sie. Und wohin wird diese Träne dann reisen? Die doch so lange zu ihr gehörte, wenn auch ungeweint. Und wenn sie sich vorstellte, das alle Ozeane dieser Welt auch mit Tränen gefüllt, wäre es furchtbar, aber in diesem Moment, in diesem einen Moment, war es für sie auch tröstend. Sie fühlte sich nicht allein, nicht die Träne, auch nicht sie.

Jana Goeritz  23.02.18


"Wenn die Weite ruft"



Es ist manchmal diese Weite, die mich ruft. Der Fluss, der unter mir bewegend durch die Lande fliesst, in seinem Bett der Ruhelosigkeit. Vorbei an allen Jahreszeiten. Oft sehe ich ihm nur von der ersten Blüte und dem ersten Grün, bis hin zum bunten Herbstlaub zu. Wie er seine Wellen zeigt, die sich am Ufer anlehnen, um wieder weiterzuziehen. Vielleicht wollten sie auch nur einen Blick erhaschen, von da wo sie gerade sind? Und gefällt es ihnen besser, wo anders noch einmal zu schauen? Ich werde mich in Gang setzten, es ist manchmal die Weite die mich ruft.

Jana Goeritz 23.02.18



"Alte Mauern"



Sind es nicht die Erinnerungen, welche noch in den alten Mauern verhaftet, die viel erzählen? Das Leben in ihnen längst verstummt, und doch teilt es sich noch mit. Fühle ich mich eingeladen in ihnen zu spazieren, fühle ich manchma,l ein Verständnis in mir, das nicht von meinem Leben im Hier erzählt. Nicht im Einzelnen, jedoch im Besonderen, dann, wenn ich mich in ein Gebet fallen lasse, ganz im Gefühl bin und kein Verstand es verhindern mag. Und es wundert mich nicht einmal, wenn die Zeichen mich auch hinter diesen dicken Mauern erreichen. Im Gegenteil, es nimmt mir die Angst, da es etwas gibt, das Größer ist, als alles andere auf, oder über dieser Welt. Just in diesem Moment, als ich eintrat und in mir etwas zurück weichen wollte, weil es sich doch sehr dunkel anfühlte, schiebte sich das Sonnenlicht in eine durchbrochene Öffnung. Magisch blieb ich stehen und konnte nicht anders, als zu ihr zu sehen. Ihr Licht wärmte und hatte mich fühlen lassen, es ist jemand da, wenn ich friere, wenn ich mich ängstige. Die alten Mauern erzählen so viel, wenn ich leise mich an sie lehne und ihnen Gehör schenke. Wer weiß es schon, ob meine Seele vielleicht doch schon einmal hier war? Nur mein Gefühl allein.

Jana Goeritz 21.02.18



"Seele"



Es sind die besonderen Momente mit mir allein, in das Hineintauchen in mein Seelenlicht, das sich wie ein Stern am nächtlichen klaren Himmel zeigt, wenn ich mich öffne. Die Mauer, ich nahm sie wahr, war sie auch niedrig, sie war da, doch ich traute mich darüber und es begann ein kleiner Weg, der in einem größeren mündete. Waren es zu Anfang auch dunklere Farben, welche mir entgegen kamen, das Licht, es zeigte mir meinen Weg und ich vertraute. Und dann kam es unerwartet ins stocken. Aller Ärger darüber nützte nichts, doch wie weiter? Immer wieder innehalten, immer wieder mich den tieferen Schichten meiner Seele öffnen. Langsam, aber mutig, denn manchmal fühlte ich die Angst. Penetrant bemühte ich mein Gefühl immer wieder, diesen selben Weg noch einmal zu gehen und mit jedem Mal wurde er heller im Gefühl. Mit jedem zu lassen, kamen schönere Bilder in meiner Seele hoch. Nun weiß ich, es ist nicht ein Tag wie der andere und nicht eine Situation, ist wie die voherige, oder die nachfolgende sein würde. Aber mein Vertrauen in etwas Großes ist da, das ich geführt werde. Etwas das seinen Blick auf mich, auf meinen Weg lenkt, nicht nur am Tag, auch wenn der Sternenhimmel sich in allen sieben Meeren spiegelt, ist es da. In mir.

Jana Goeritz  21.02.18



"Vergessener Ort"



Wir leben auf einer Welt und auf dieser gibt es auch vergessene Orte. Orte, welche einmal mit Leben, Heilung, Glauben, Freude, auch Arbeit gefüllt. Sie hatten alle ihre ganz eigene Geschichten, aber sie hörten auch viele Geschichten der Menschen, welche in ihnen weilten. Es waren Orte, die damals gebraucht, doch noch heute erzählen können, weil es noch Menschen gibt, die sich an sie erinnern. Als ihre Pforten noch auf und zu gingen, sie noch in die Welt strahlten und sie noch nicht ahnten, was aus ihnen einmal werden würde. Sie nahmen auf, das "Guten Morgen", das Gebet, das "Es wird heilen" und vieles mehr. In ihren alten Mauern gibt es sicher noch die eine, oder andere Erinnerung, die es wert wäre erzählt zu werden. Schön, wenn Menschen sie besuchen und leise in die offene Pforte eintreten und zuhören können. Sich erfreuen und doch wehmütig in die Gemäuer schauen, weil auf der einen Seite wenigstens noch etwas von der Geschichte vorhanden und ja, weil auf der anderen Seite, die Vergänglichkeit sichtbar ist, sicher aus ganz verschiedenen Gründen und doch ist es traurig. Doch vielleicht bleibt ein bisschen von jedem Besucher in den Gemäuern zurück. Ein wenig Hoffnung, dass das eine oder andere Relikt aus der Vergangenheit wieder mehr Leben erfahren darf. Das es wieder zum Leben erweckt, neue Wege oder alte wieder erfährt. Für mich ein schöner Gedanke.

Jana Goeritz  19.02.18



"Strandspaziergang"




Strandspaziergang. Die Wellen rollen leise an Land und vielleicht nehmen sie mit, was nicht gebunden ist. Das Meer aus dem alles Leben kam, zeigt sich leise, wenn vielleicht auch nur an dieser Stelle. Dort, wo es seinen Anfang nimmt oder endet, wie wird es dort sein? Geht doch auch ein Mensch am Strand entlang und denkt er womöglich das gleiche? Sind seine Gedanken auch auf der anderen Seite des Wassers? Wie wird es dort wohl sein? Manchmal fragte ich mich das schon. Manchmal gehen Gedanken auf die Reise, die sogar die Gefühle wecken, es einfach auszuprobieren. Neugier? Wissen wollen? Ja, vielleicht. Vielleicht, aber nur ein Gefühl in mir, das noch nicht gebändigt irgendwo sich ablegen möchte und gerade nur das Hier sehen kann. Wäre es nicht fatal, diesem Gefühl die Reise zu verbieten? Der Wind haucht irgendetwas und die Möwen schreien so laut, ich kann seine Antwort nicht hören. Nicht hier. Der Sand unter meinen Füßen, er lässt mich schwerer gehen, als wo anders. Etwas mühsam ist es für mich. Die Sonne noch versteckt und auch noch mit nicht so viel Kraft, das ich den Sand wirklich spüren könnte. Vielleicht ein ander Mal? Vielleicht, ist es nicht an der Zeit zu spüren, diesen Sand. Vielleicht, ist es
an der Zeit, innezuhalten, um dem nachzuspüren, was gefühlt werden möchte. Manche Welle klatscht an Steine und ich höre keinen Schrei. Sie kennt es wohl nicht anders. Sie rollt an und bricht sich an dem kleinen Fels, und zerspringt in tausend Teile, welche sich auf das Wasser legen, um wieder wo anders hin zu kommen, im gleichen Meer.
Möchte das mir etwas erzählen? Möchte es mir sagen, deine Gefühle lass sie in alle Richtungen spüren und lerne, was zu lernen ist. Ja, vielleicht. Vielleicht, war es aber eben nur eine Welle, die an Land kam. Wer weiß das schon? Mein Gefühl.


Jana Goeritz 19.02.18






"Feuergeist"



Leise wird der Sternenhimmel über uns gezogen. Die herannahende Nacht, verzaubert mit vielen kleinen Lichtern das Gemüt. Vor uns knistern. Das zusammengetragene Geäst fängt Feuer und es greift um sich immer mehr. Unsere Blicke verfangen sich im hellen Schein der Flammen und halten scheinbar fest. Gedanken und Gefühle erzählen lass es los, übergib dem kleinen Flammenmeer das, was nicht mehr zu dir gehören sollte. Bildlich reich ich den Flammen die Hand und lass los von Alten, aufgebrauchten Mustern. Und da, plötzlich sah ich ihn! Den Feuergeist! Er schrie um sich, als wollte das Übergebende wieder zurück zu mir finden. Es fühlte sich an wie "Haltet an mir fest!"  Kurz ging ich einen Schritt zurück, so als ob ich am Geist des Feuers zweifeln könnte, doch das Alte hielt an ihm fest und ich fühlte etwas wie Leichtigkeit.

Jana Goeritz  19.02.18



"Dicke Mauern"



Da stand sie nun, in mitten ihres Lebens und sah die anderen tanzen. Aus ihrem dunklen Gemach schaute sie ihnen zu. Doch sie schien sich vor dem Licht zu fürchten. Das Helle, das Lebendige, es war ausserhalb ihrer dicken Mauern und manchmal stand sie am offenen Fenster und fühlte sich allein. Anscheinend gab es nichts, das ihr helfen konnte, ihre eigene gesetzte Grenze zu durchbrechen und manch anderer würde wohl meinen, es wäre doch ganz einfach. Doch war es das? Die Fenster zum Leben weit geöffnet und doch fand in ihr so recht keines statt. Die frische Luft jeden Morgen atmete sie mit tiefen Zügen ein und ihre Seele aber flog nicht davon. Vielleicht waren es Erinnerungen aus einer längst vergangenen Zeit, welche ihr im Wege standen? Vielleicht, war es aber auch nur ein Gefühl der Angst und diese galt es zu durchbrechen, hinter sich zu lassen , aufzulösen? Wenn alles eine Zeit hat, dann auch dies. Eine Zeit des Innehaltens, eine Zeit des Lernens und auch eine Zeit des Vorwärtsgehens. Wann diese Zeit für sie gekommen, wird sie nur allein fühlen k
önnen.
 

Jana Goeritz 19.02.18