Was es mir erzählt


Wenn man glaubt, das alles was einem begegnet eine Bedeutung hat, kann es einen umhauen oder trösten. Spaziert man am Meer entlang und sieht ein Schiff in der Ferne, glaubt man dann, man müsste sich bewegen? Sieht man die Schiffe im Hafen, glaubt man dann auch man sollte seinen Anker werfen? Sicherlich kommt es dann immer auf das eigene Gefühl darauf an, was es zu einem spricht. Manchmal sind bedeutungslose Sätze total nervig, und ein anderes mal braucht man sie als Pause vom Lernen. Was es mir erzählt, sind Gefühle und Gedanken, welche in mir wohnen und manches Mal möchten sie in die Welt.




"Das Wiederkehrende"



Manchmal begegnen uns im Leben Menschen, oder auch bestimmte Situationen immer wieder. Immer wieder wird es wie ein Film endlos abgespielt und unser einer ist mittendrin. Mittendrin in einer Endlosschleife wie es scheint. Doch genau das sollten wir nicht glauben! Wichtig ist für uns nur, was möchte uns das alles sagen? Was haben wir noch nicht gesehen, wahrgenommen, gar beachtet?
Ein Mensch, ein Gefühl, eine Situation die uns gefangen halten möchten und wir so gar nicht damit einverstanden sind, wie es sich gestaltet, kann doch nur heißen, sich aus der Schusslinie dessen zu bringen. Trampelt ein Mensch auf unseren Gefühlen herum, lassen wir es womöglich auch zu. Also sind wir nicht in unserer Eigenliebe. Nun aber schnell !  Ein Mensch der unsere ihm gesetzten Grenzen nicht akzeptiert, hat nichts in unserem Leben verloren! Das sollte sich ein jeder wert sein! Natürlich kann sich das alles manchmal nicht so einfach gestalten, wie es sich anhört oder liest, aber Schritt für Schritt immer mehr zu sich selbst hin, wird es gelingen.
Sobald zwei oder mehr Menschen miteinander zu tun haben, kann es immer zu verschiedenen Meinungen kommen, ganz einfach, weil ein jeder Mensch seine eigenen Gefühle hat, auch für ein und dieselbe Situation. Das ist normal. Doch kann man sich nicht einigen und kommt man nicht zu einem Kompromiss, welcher für jeden der Beteiligten tragbar wäre, sollte man seine eigenen Wege gehen. Das glaube ich kann man im Alltag, in mancher Situation, aber auch in der Liebe leben, wenn es denn öfter vorkommt! Und das ist auch akzeptabel für jeden, der Liebe in sich trägt. Sicherlich nicht einfach, aber wie sollte es sonst gehen? Denn ein jeder hat ein Recht auf das Erleben seiner Gefühle, die ihm gut tun, jedoch ohne ein andere absichtlich zu verletzen. In diesem Sinn, lassen wir die Menscjen mit ihren Gefühlen los,  die uns nicht gut tun und besinnen uns auf uns selbst und auf die Menschen und deren Gefühle die uns wirklich auf unserem Weg zur Liebe unterstützen und wir sie. Lassen wir nie wieder zu, dass das Gefühl eines anderen Menschen, der sich nicht wie wir selbst es mögen, uns gegenüber verhält eintreten darf. Liebe.


"Erster Advent"



Nun ist es wieder so weit.  Advent, Advent, das erste Lichtlein brennt. Der erste Advent ist der Beginn der Weihnachtszeit. Und heißt wohl nichts anderes als Warten, Hoffnung, auch Vorbereitung für das große Fest der Liebe. Und wie steht es mit der Liebe? Heute morgen besuchte ich das erste Mal in diesem Jahr den Gottesdienst unseres Stadtviertels. Es war ein Familiengottesdienst und dementsprechend waren auch viele Kinder zu gegen. Ein Mädchen vergab gleich bei der Ankunft im Gotteshaus die Gesangsbücher, andere kleinere Kinder quengelten oder weinten, wieder andere Kinder gingen umher im Gotteshaus und ein paar wenige saßen bei ihren Eltern.
Dieser Gottesdienst machte etwas. Er machte etwas in mir. Ich verstand nicht nur, sondern fühlte auch, das nicht immer die Familie, die Familie sein muss. Familie, das können auch Menschen sein, die man bisher noch gar nicht kannte, vielleicht weil sie ein Gefühl mit einem gemein haben, offen zu sein, offen für liebenswerte Worte und Gesten. Gefühlt hatte ich es, als nicht nur mein Mann eine meiner Hände nahm, sondern auch ein fremder Mann neben mir auf der anderen Seite der Bank. Der Fremde schien keinerlei Berührungsängste zu haben und hielt meine Hand bis zum Ende des Textes, den der Pfarrer vorgelesen hatte. Zu Anfang hielt er mir seine Hand hin, so daß ich die meine nur hineinlegen musste. Etwas zögerlich, doch schlussendlich entschlossen reichte ich ihm meine Hand und ja, ich lebe noch. Dort wo so viel Gefühl für die Familie einst war, nahm ein Fremder den Platz in diesem Moment ein. Es hätte auch eine Frau sein können, ein Kind, um das Geschlecht ging es nicht, nur darum, das eine andere Tür offen stand und so fühlte ich mich gehalten von zwei Seiten und war dankbar dafür. Advent eine Zeit die für vieles stehen möge. Für die innere Einkehr, aber auch für die äußeren Zeichen und sind es nicht diese, welche uns Hoffnung schenken können? Advent eine Zeit, welche uns zeigen kann, wie viel Herz wir leben können, jeder Einzelne von uns. Und natürlich sollte dieses Gefühl immer zugegen sein, nicht nur zur Weihnachtszeit. Doch mein Gefühl ist noch immer so, das immer wieder zur Advents-und Weihnachtszeit die Herzen der Menschen mehr geöffnet sind, als in der übrigen Zeit des Jahres. Aber ich habe Hoffnung, das sich das auch ändern kann. Immer ein bisschen mehr. Schritt für Schritt. Liebe dich selbst und du wirst geliebt. Was für wahre Worte! Heute im Gotteshaus habe ich diese Liebe empfangen dürfen, einfach so. Nicht weil ich das tat was andere von mir forderten, oder weil ich irgendeine Leistung erbracht hatte. Oder etwa doch? Ja, vielleicht hatte ich eine Leistung erbracht. Nicht im Gottesdienst, sondern schon viele viele Jahre zu vor. Ich war immer ich selbst ! Ich schenkte gern, ich half gern, ich war gern für andere da, doch ich konnte auch einfach -Nein- sagen! Denn ein -NEIN- zu anderen war für mich einfach nur ein - JA - zu mir selbst. Und ja, vielleicht musste der eine oder andere schon wegen meiner Erfahrungen, welche ich dadurch machte, etwas schlucken. Aber ein gebranntes Kind scheut das Feuer solange bis es geheilt ist. Nun wünsche allen einen schönen, vielleicht auch besinnlichen ersten Advent.



"Vergebung"


Gehe ich in die Welt
gehe ich mit meinen Farben
sie leuchten oft hell
und ja manchmal schon lagen sie auch im Schatten brach

Sehe ich in die Welt
sehe ich so vieles auch
ging schon über manche Brücke
welche auch einer meiner Farben trug

Fühle ich mich aber in meiner Welt
fühle ich Stärke und ich fühle tief
ich fühle Frieden und ich weiß
das ist das Fühlen das ich suchte
um meinen ganz eigenen Weg zu gehen

Nahm ich wahr was mir begegnete
nahm ich Vater und Mutter wahr
sah durch eine große Brücke
ging darüber und nichts war wohl wahr

So bin ich anders als sie es je waren
so bin ich nicht anders als sie es sind
so bin ich ihr Kind auch nach all den Jahren
nur das ich eben fühlen kann.



"Die Lebensschale"


Unsere Lebensschalen enthalten viele Möglichkeiten. Wir dürfen jeden Tag eine andere Farbe wählen. Jeden Tag etwas Neues lernen, das uns Freude bereiten darf. Die Schale jedoch bleibt was sie ist .. LIEBE .. und schenkt das Leben zwei Menschen eine dieser Schalen .. nennt man das wohl Heilung für zwei Herzen





"Die Könige unserer Zeit"

       

Sind sie königlich?
Regieren sie noch, oder lieben sie schon?
Macht oder Liebe?
Wer wenn nicht die Könige, besitzten die Macht von ihr keinen Gebrauch zu machen, sondern aus und in Liebe zu handeln? Die Königinnen !





"Aus der Seelenmitte ans Licht"


Öffnen wir uns für die Einsicht, das wir die eigene Seele wieder fühlen möchten, dürfen wir einen Schatz heben, tief aus der Seelenmitte. Und dieser Reichtum schenkt ein großes Leuchten, kommt er ans Licht. Seine Farben strahlen in den vielfältigsten Nuancen und sie werden bleiben. Nur ein klein wenig Erinnerung wohnt noch in uns, damit wir verstehen.

14.08.18 Jana Goeritz



"Reise aus der Nacht"


Die Nacht, sie geht auf Reisen. Sie reist nun in den Tag und ein heller Diamantglanz erinnert sie daran. Blumen thronen auf der Erde, ihre Köpfe bunt und schön, doch so einen hellen Diamanten haben sie noch sie gesehen.

14.08.18 Jana Goeritz



"Wenn die Nacht zum Tag gemacht"


Wurde die Nacht zum Tag gemacht und Ruhelosigkeit wuchs über sich hinaus, lernten wir wohl im Angesicht der Wandlung uns zu behaupten. Das Ende war nah und diese Nähe verpflichtete wohl zu Höchstleistung, für ein jeden für uns.
Alte Muster verloren und neue brauchte es nicht. Es brauchte Liebe und dieses Gefühl empfinden zu können, war eine Aufgabe, welche uns hatte zurück weichen lassen und doch, hatten wir sie angenommen, ohne es bemerkt zu haben. Nur andere wohl und sie trugen noch immer ein Gefühl der Angst in sich, bis auch sie fühlten, wir werden es auch noch schaffen, der Welt unser wahres Gesicht zu zeigen und sie machten die Nacht zum Tag und wieder hatte Ruhelosigkeit sie ergriffen, um alles um und in sich zu deuten, für ein gute Reise, damit die Zeit die schnell verging, auch wieder in ihren Händen weilte. Vergebung war ein Schlüsselwort und der Schlüssel zu dieser Tür lag in uns von Anbeginn. Doch wenn die Neugier auf Leben am Boden lag, wen interessierte ein Schlüssel, selbst wenn er vor der Nase war. Da brauchte es mehr. Es brauchte Kraft und so manches zeigte sich, mit dem man am Morgen aufgewacht. So weiter machen wie bisher? Nein! Und als diese Entscheidung fiel, bewegten wir uns nicht mehr von links nach rechts, oder anders herum. Wir hatten ein Ziel! Und es war nah. LIEBE,

13.08.18 Jana Goeritz




"Regen fiel ins Paradies"


Regen fiel ins Paradies, doch das Grün der Erde erblühte wie nie. Unentwegt der Sonne nur zu folgen, ein Mühsal der Zeit, das wohl vieles zeigt, was wir unter dem Seelenmantel halten.
Erinnerungen in Fluss, hindurch durch die unzähligen ausgetrockneten Rinnsale, und das machte es noch unbeschreiblicher, als wir uns denken mochten.
Oase, ein schöner Ort in sandigen weiten Flächen, die es gelernt hatten, Gäste zu bewirten und sie gaben so lange sie am Quell gesessen.
Luft klirrend heiß, wo Gedanken reisten und die Gefühle sich bahnten, hindurch durch ein Land das Liebe hieß. Es war ein Land der Menschen, welche mutig waren, ihre Wege als die Wege anzusehen,die sie eines Tages sich selbst näher bringen würden. Und solltest du dennoch sagen, frage mich im Morgenland, könntest du doch gar nicht wissen, ob die Früchte der Oase, bis dahin nicht vertrocknet sind.

08.08.18 Jana Goeritz


"Silbernes Sternenmeer"


Das silberne Sternenmeer entzündet seine Lichter der Nacht und Abertausende funkeln über Jahrtausende schon durch Raum und Zeit. Und schauen wir zum Himmel in einer warmen Sommernacht, erreicht uns ihr Licht Seelentief.
Ein Ozean an Lichtern erblicken unsere Augen und denken wir an Morgen, denken wir nichts. Wir fühlen uns vielleicht dorthin, wo wir eine Ahnung von dem erhaschen, was es mit uns tun könnte, wären wir dort in diesen Sphären.
Die Erinnerung des Tages lassen wir wohl in diesem Augenblick gehen. Sie entschwindet ins Nirgendwo, sie zieht davon, wie ein Nebelschleier, der sich lüftet im frischen Morgen. Doch er kann beides, er lässt nichts sehen und er lässt Blicke zu. Nur die Wärme der Sonnenstrahlen erreichen ihn in seiner tiefsten Mitte und das allein, kann seine Angst entzünden. Er geht, er löst sich auf in mitten von Grün, das die Hoffnung eins säte und doch wohl vergaß zu beten. Und die Sterne über uns erzählen in Geschichten, bunt auch in schwarz-weiß, doch läge es an uns allein, wäre es dann nicht an der Zeit, das Bunte zu finden, das Farbenfrohe? Sind es nicht die Seelen der Liebe, die sich wiegen im Sternenzelt und schaukeln sie im Mondenschein durch unzählige Lichter hin und her? Ein Blütenkleid und ein Zylinder, ein Licht für zwei in dunkler Nacht, erreicht so manche Seele immer, doch was es wohl dem Menschen macht, diese Frage ist noch ein Geheimnis in einer warmen Sommernacht.

07.08.18 Jana Goeritz


"Sieben Meere"


Küsse meine Augen im Schlaf
und lausche meinem Atem
lege deine Haut auf die meine
spürst du die Nähe welche zwischen uns wohnt

Lerne mich lieben
wie ich dich schon lange liebe
erwache aus dem Traum
der deinen Traum zu verhindern versucht

Trage dein Lächeln zu mir
und ich werde leuchten für dich
umarme den Tag auch bei Regen
auch wenn mal du fällst
ich bin da

Lerne ich mich kennen nur dur dich
lernte ich schon so manche Zeit
suchte nie nach dir und doch warst du bereit
doch der Weg ist auch weit

Mein Gott wie oft ich das schon sagte
bei mir zu sein
manchmal auch so schwer
die Zeit jedoch wird noch bezeugen
ob der Tag der heute bereits gegangen
einer der neueren schon wär

Küsse ich deine Wangen
ich glaube selbst da werde ich rot
halte ich deine Hände
klopft mein Herz ganz laut

Meine Haut sie spürte noch nie die deine
deine Worte manchmal kalt wie ein Schwert
und wenn ich mich nicht irre
alles gewollt und doch nichts geklärt

Wenn Träume beginnen zu erwachen
erwachte so mancher aus dem Traum
doch ich möchte mich stärker machen
ich wünsche mir Vertrauen

Die Gedanken reisen
von gestern nach heut
von heute zu morgen
und nichts heilt die Zeit
nur die Wirklichkeit

Und wenn der Tag der morgen kommt
erzählt von einem Menschen
der sich nicht traut
weil er nichts weiß
dann werde ich es nicht glauben

Es sind die alten Wunden wohl noch
die sich noch nicht schlossen
sie zeigen uns Erinnerungen
und wir reagieren verdrossen

Doch wann kommt die Stunde einmal nah
die sich nicht mehr so erinnert
die einfach nur noch Liebe spricht
als war es niemals anders

Und wenn du auch keinen Namen trägst
nicht für mich
nur für die anderen
wie konnte ich nur einmal glauben
das du dich für mich als Mensch interessieren könntest

Es schmerzte so tief in meiner Seele
diese Erkenntnis war so groß
doch glaube mir ich weiß es schon
auch ich trage meine Schuld

Doch ich weiß
alle sieben Meere zeigen sich auf dem Erdball hier
und so glaube ich auch
wir zwei können doch mehr
als nur wollen und dem anderen gegen den Strich
wir könnten verstehen lernen
warum ein anderer und nicht ich

Warum nur war der Anfang misslungen
vielleicht zu viel Erwartungen in den anderen gesetzt
doch hat nicht jeder das Recht so leben
wie er es fühlt und wie er es möcht'

Meine Gefühle schwanken
zwischen himmelhochjauchzend und Traurigkeit
manchmal finde ich in mir ein Lachen
manchmal beginne ich zu weinen
manchmal fühle ich es kommt von dir
manchmal glaube ich du hast Angst vor mir
manchmal frage ich mich warum
manchmal denke ich an dich
manchmal glaube ich es nicht gut
manchmal sehe ich dich in Bildern
manchmal freue ich mich dann
manchmal bereue ich das wir uns schon trafen
manchmal weinte ich danach
manchmal fühlte ich die Sehnsucht
doch du warst nie da

Und wenn alle sieben Meere
sich nun zeigen heute noch
dann schwimme ich hinaus auf ihren Wogen
und mein letzer Gedanke geht wohl an dich


06.08.18 Jana Goeritz



"Ein Flügel"


Leise ging ich durch die andächtigen Räume, welche einst mit klösterlichen Leben erfüllt. Der einstige Versammlungsraum der Mönche, ein Saal beeindruckend anders begrüßte er mich.
Ein Flügel wartete auf. Ein Flügel versteckt unter einer dunklen Decke, damit er den Staub der Jahre nicht empfinden musste.
"Wo war der Maestro?" dachte ich mir.
Warum steht dieser Flügel weit ab vom Leben?
Und warum hier und nicht auf einer Konzertbühne?
Etwas in mir hatte mich nicht so recht weiter gehen lassen, doch was es war, darauf konnte ich mir keine Reim machen.
Immer wieder sah ich zum Flügel, obwohl die Räumlichkeit viel Schönes zu bieten hatte. Alte Säulen stiegen vom Boden empor, mit reich verzierten Details. Sogar Farbe trugen sie, bis auf den Flügel, der stand dunkel eingepackt in mitten des Raumes und wartete wohl auf bessere Tage.
Und als ich mich dann los eisen konnte von seinem Blick, betrat ich den nächsten Raum im Kloster. Ein Lächeln kam auf mein Gesicht. Eine große Tafel aus Holz ,die mit vielen Stühlen umgeben war, zierte diese Räumlichkeit. Kleine Accessoires rundeten diesen Raum ab und nun war irgendwie mein innerstes beruhigt. Hier also saßen die Gäste der Veranstaltungen, welche dem großen Meister lauschen durften, wenn er seinen Flügel zum Klingen brachte.
Der Brüdersaal ein Relikt aus grauer Vorzeit, doch im Heute eine Art Heimat für einen Flügel, der seine Stimme nie verloren gibt.

Jana Goeritz  04.08.2018


"Wenn Liebe lebt"

 

Mitten im gehen hielten wir inne. Auf einem abgeholzten Baumstumpf war eine Amsel. Und obwohl ich nur etwa drei Schritte von ihr entfernt war, blieb sie auf ihrem Platz und bewegte sich keinen Millimeter. Nun fragte ich mich "Was ist mit ihr?" Still schaute ich ganz genau auf diesen Vogel und ich sah wie sich ein Augapfel bewegte. " Was ist mit dir?"  fragte ich sie "Ich hoffe du kannst noch fliegen." Die Amsel sah wie angewurzelt aus. "Seltsam, meinte ich, sonst fliegen die Vögel doch weg, wenn man ihnen zu nah kommt." "Geh doch noch einen Schritt auf sie zu."  meinte meine Begleitung, doch ich antwortete "Nein. Womöglich erschrecke ich sie dann zu sehr." Irgendwie konnte ich aber auch nicht weiter gehen. Es machte mir etwas Sorge, das sie einfach da auf dem Baumstumpf war und nicht weg flog. Ich bemühte mein Gefühl, und gab der Seele zu verstehen, das es mich beruhigen würde, wenn ich sehen dürfte, das sie fliegen kann. Sonst müsste ich sie irgendwie zum Tierarzt katapultieren. Kaum hatte ich es abgesandt, erhob sich die Amsel in die Lüfte und flog auf einen Baum. Danke. Wir gingen weiter und später dachte ich noch einmal darüber nach. Warum sahen wir diese Amsel? Warum blieben wir bei ihr stehen? Warum machte es mir Sorge, obwohl ich gerade selbst auch Hilfe benötige? Warum flog die Amsel nach meiner Bitte auf ? Die Antwort kann doch nur LIEBE sein.

Jana Goeritz  08.07.2018


"Dornröschen"

Langsam ging ich auf dem von Bäumen gesäumten Weg. Das grüne Laub über mir fühlte sich an wie ein Schutzmantel. Die Allee so prächtig stand sie da, und als ich fast hindurch war, zeigte sich mir etwas, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Ein Turm groß und begrünt thronte er vor mir und ich wusste nicht, finde ich hier zu Dornröschen oder ist sie in mir?
Mit meinen neugierigen Blicken blieb ich hängen am Grün, welches den Turm zierte.
Und als ich zum Fenster hinauf schaute, fühlte ich diese Verschlossenheit, die sich ja auch zeigte,
doch ich hatte sie auch im Gefühl. Es war seltsam, so als wollte mir etwas sagen, du bist frei,
du bewegst dich doch schon fort. In diesem Augenblick fühlte ich Leichtigkeit und
das Gitter am Turm hatte mich ohne Angst gehen lassen.
So ging ich um diesen Turm herum und als ich in sein inneres kam, aus ungeklärten,
aber doch freiwilligen Schritten, ertönte eine liebliche Melodie.
Schön klang sie und dennoch hatte sie mich nicht in ihren Bann ziehen können, denn ich fühlte sie spielte nicht für mich.
So ging ich meines Weges und fand wieder hinaus. Dornröschen war schon längst erwacht.

Jana Goeritz  03.05.2018


"Einen Moment nur"

Manchmal gibt es Tage da hat man schon das Gefühl sie gehen nur so dahin und manchmal gibt es Tage,
die werfen Fragen auf oder die lassen uns zumindestens mehr nachdenken als sonst.
Da ging ich meines Weges und just in einem Moment war ich an diesem Ort, wo ein Baum stand,
dessen Ast einen Knick hatte und genau in diesem Astknick verfingen sich scheinbar die Sonnenstrahlen und sie umhüllten diesen. Ja, und ich hatte mein Foto. Natürlich war es nur ein Foto und natürlich hätte ich auch meinen können, ein Baum,
ein Ast, ein paar Sonnenstrahlen. Doch genau dieses Foto konnte ich nur dort an diesem Ort haben,
zu genau dieser Zeit. Etwas in mir schien sich zu bewegen.
So wie mehrere Zahnräder ineinander greifen, fühlte es sich für mich an,
"Ist es nicht immer so? Man muss am richtigen Ort zur richtigen Zeit sein, zumindestens sehr oft im Leben?"
So fühlte ich es tief in mir, dass in diesen Worten eine
unglaubliche Wahrheit lebte. Ich fühlte es so tief und wahr, das es in mir ganz warm wurde
und sich eine Leichtigkeit, welche nicht von dieser Welt schien einstellte.
Was Gedanken, Gefühle vermögen, welche sich für als wahr zeigen, darf groß sein. In einem Moment nur bewusst gefühlt,
das Leben ist einzigartig und dieses schöne Gefühl darf bleiben.

Jana Goeritz  03.05.2018



"Gotteshaus"


Demut. Es war als ginge ein altes Leben durch mich hindurch. Erfürchtig schaute ich nach oben und fand zu gleich kein Wort dafür, was in mir vorsich ging. Vielleicht war es ein Gefühl von schon einmal da gewesen zu sein. Vielleicht nicht in diesem selben Gemäuer, das sich vor mir auftat wie ein Riese, aber in einem ähnlichen, an einem anderen Ort? In mir Stille und eine Art Unglaublichkeit, denn diese Größe konnte ich nicht erfassen, wenn dennoch berühren.
Welche Art Mensch beherbergte dieses einstige Gotteshaus? Welche Gebete sitzen noch im Gemäuer? Woher kamen diese vielen Steine? Und wer waren die, die sie aufeinander legten, um etwas großes entstehen zu lassen? Auf einmal sind so viele Fragen in mir, welche Antwort suchen. Es ist wohl etwas sehr großes, das zu viel auf einmal wäre es zu erfühlen und ich lasse meine Fragen, Fragen sein. Die Antworten, sie werden zu mir finden, dann wenn meine Seele bereit dazu ist, ich werde es fühlen.

Jana Goeritz 08.04.2018



"Nachdenken"



Erinnerungen. Wie viele Schritte zählte er schon? Wie viele Gedanken haben sich hier verloren? Und welches Gefühl erblickte in ihm eine Welt, welche sich erfüllte? Unzähliges, ungesagtes, wiederkehrendes alles ist wohl möglich. Und der Mensch der sich hier bewegte, wohin schweiften seine Blicke? Nach innen? Ja, womöglich.
Kurios, wenn er dem Kreislauf seiner ewigen Gedanken entfliehen wollte, um im Kreis zu gehen. Wie sah wohl die Antwort aus? Schritt für Schritt bedächtig vorwärts gehend im Angesicht Gottes, oder brauchte er eine Pause?
Doch, wäre es nicht verwerflich dieser Pausengedanke? Gerade weiß ich es nicht. Vielleicht weil ich mir zu sehr ein Leben vorstelle, welches es so vielleicht gar nicht gab
.

Jana Goeritz 11.03.2018




"Zurück in den Fluss des Lebens"




Wenn etwas das zu Eis erstarrt wieder ins Leben findet, dann gibt es etwas Großes. Etwas, das dem eigenen Leben wieder einen Teil seines Mosaiks zurück schenkt. Jedoch wird sich erst zeigen, ob man gelernt.

Jana Goeritz  11.03.2018



"Im Fluss"

 

Eine Träne befreite sich aus ihr und fiel auf einen der vielen Steine im Flussbett. Eine kleine Welle nahm sie mit sich fort und der andere der am Ufer stand und dem Lauf des Flusses zu sah, ahnte nicht einmal, das etwas von ihr auf Reisen ging. Wie lange wird sie reisen bis sie zum großen Meer gelangt? Diese Frage fühlte sie. Und wohin wird diese Träne dann reisen? Die doch so lange zu ihr gehörte, wenn auch ungeweint. Und wenn sie sich vorstellte, das alle Ozeane dieser Welt auch mit Tränen gefüllt, wäre es furchtbar aber in diesem Moment, in diesem einen Moment war es für sie auch tröstend. Sie fühlte sich nicht allein, nicht die Träne, auch nicht sie.

Jana Goeritz  23.02.18


"Wenn die Weite ruft"



Es ist manchmal diese Weite die mich ruft. Der Fluss, der unter mir bewegend durch die Lande fliesst in seinem Bett der Ruhelosigkeit. Vorbei an allen Jahreszeiten. Oft sehe ich ihm nur von der ersten Blüte und dem ersten Grün bis hin zum bunten Herbstlaub zu. Wie er seine Wellen zeigt, die sich am Ufer anlehnen um wieder weiterzuziehen. Vielleicht wollten sie auch nur einen Blick erhaschen von da wo sie gerade sind? Und gefällt es ihnen versickern sie am Ufer tief. Und wie konnte ich die Schönheit dieses Ortes besser verstehen, als von einem Ausguck hoch oben. Möchte ich sie allerdings begreifen, werde ich mich in Gang setzen, um ihr nahe zu sein und mit ihr das Gefühl teilen, wie schön sie doch ist. Es ist manchmal die Weite die mich ruft.

Jana Goeritz 23.02.18



"Alte Mauern"



Sind es nicht die Erinnerungen, welche noch in den alten Mauern verhaftet, die viel erzählen? Das Leben in ihnen längst verstummt, und doch teilt es sich noch mit. Fühle ich mich eingeladen in ihnen zu spazieren, fühle ich manchmal ein Verständnis in mir, das nicht von meinem Leben im Hier erzählt. Nicht im Einzelnen, jedoch im Besonderen, dann wenn ich mich in ein Gebet fallen lasse, ganz im Gefühl bin und kein Verstand es verhindern mag. Und es wundert mich nicht einmal, wenn die Zeichen mich auch hinter diesen dicken Mauern erreichen. Im Gegenteil, es nimmt mir die Angst, da es etwas gibt, das größer ist als alles andere auf oder über dieser Welt. Just in diesem Moment als ich eintrat und in mir etwas zurück weichen wollte, weil es sich doch sehr dunkel anfühlte, schiebte sich das Sonnenlicht in eine durchbrochene Öffnung. Magisch blieb ich stehen und konnte nicht anders als zu ihr zu sehen. Ihr Licht wärmte und hatte mich fühlen lassen, es ist jemand da, wenn ich frier, wenn ich mich ängstige. Die alten Mauern erzählen so viel, wenn ich leise mich an sie lehne und ihnen Gehör schenke.
Wer weiß es schon, ob meine Seele vielleicht doch schon einmal hier war? Nur mein Gefühl allein.

Jana Goeritz 21.02.18



"Seele"



Es sind die besonderen Momente mit mir allein, in das Hineintauchen in mein Seelenlicht, das sich wie ein Stern am nächtlichen klaren Himmel zeigt, wenn ich mich öffne. Die Mauer ich nahm sie wahr, war sie auch niedrig, sie war da, doch ich traute mich darüber und es begann ein kleiner Weg der in einem größeren mündete. Waren es zu Anfang auch dunklere Farben, welche mir entgegen kamen, das Licht es zeigte mir meinen Weg und ich vertraute. Und dann kam es unerwartet ins stocken. Aller Ärger darüber nützte nichts, doch wie weiter? Immer wieder innehalten, immer wieder mich den tieferen Schichten meiner Seele öffnen. Langsam aber mutig, denn manchmal fühlte ich die Angst. Penetrant bemühte ich mein Gefühl immer wieder diesen selben Weg noch einmal zu gehen und mit jedem mal wurde er heller im Gefühl. Mit jedem zu lassen kamen schönere Bilder in meiner Seele hoch. Nun weiß ich es ist nicht ein Tag wie der andere und nicht eine Situation ist wie die voherige, oder die nachfolgende sein würde. Aber mein Vertrauen in etwas großes ist da, das ich geführt werde. Etwas das seinen Blick auf mich, auf meinen Weg lenkt, nicht nur am Tag, auch wenn der Sternenhimmel sich in allen sieben Meeren spiegelt ist es da. In mir.

Jana Goeritz  21.02.18



"Vergessener Ort"



Wir leben auf einer Welt und auf dieser gibt es auch vergessene Orte. Orte, welche einmal mit Leben, Heilung,Glauben, Freude, auch Arbeit gefüllt. Sie hatten alle ihre ganz eigene Geschichten, aber sie hörten auch viele Geschichten der Menschen, welche in ihnen weilten. Es waren Orte, die damals gebraucht, doch noch heute erzählen können, weil es noch Menschen gibt, die sich an sie erinnern. Als ihre Pforten noch auf und zu gingen, sie noch in die Welt strahlten und sie noch nicht ahnten, was aus ihnen einmal werden würde. Sie nahmen auf, das "Guten Morgen", das Gebet, das "Es wird heilen" und vieles mehr. In ihren alten Mauern gibt es sicher noch die eine oder andere Erinnerung, die es wert wäre erzählt zu werden. Schön, wenn Menschen sie besuchen und leise in die offene Pforte eintreten und zuhören können. Sich erfreuen und doch wehmütig in die Gemäuer schauen, weil auf der einen Seite wenigstens noch etwas von der Geschichte vorhanden und ja, weil auf der anderen Seite die Vergänglichkeit sichtbar ist. Sicher aus ganz verschiedenen Gründen und doch ist es traurig. Doch vielleicht bleibt ein bisschen von jedem Besucher in den Gemäuern zurück. Ein wenig Hoffnung, dass das eine oder andere Relikt aus der Vergangenheit wieder mehr Leben erfahren darf. Das es wieder zum Leben erweckt neue Wege oder alte wieder erfährt. Für mich ein schöner Gedanke.

Jana Goeritz  19.02.18



"Strandspaziergang"




Strandspaziergang. Die Wellen rollen leise an Land und vielleicht nehmen sie mit, was nicht gebunden ist. Das Meer aus dem alles Leben kam, zeigt sich leise, wenn vielleicht auch nur an dieser Stelle. Dort wo es seinen Anfang nimmt oder endet, wie wird es dort sein? Geht doch auch ein Mensch am Strand entlang und denkt er womöglich das gleiche? Sind seine Gedanken auch auf der anderen Seite des Wassers? Wie wird es dort wohl sein? Manchmal fragte ich mich das schon. Manchmal gehen Gedanken auf die Reise die sogar die Gefühle wecken es einfach auszuprobieren. Neugier? Wissen wollen? Ja, vielleicht. Vielleicht aber nur ein Gefühl in mir, das noch nicht gebändigt irgendwo sich ablegen möchte und gerade nur das hier sehen kann. Wäre es nicht fatal diesem Gefühl die Reise zu verbieten? Der Wind haucht irgendetwas und die Möwen schreien so laut, ich kann seine Antwort nicht hören. Nicht hier. Der Sand unter meinen Füßen er lässt mich schwerer gehen als wo anders. Etwas mühsam ist es für mich. Die Sonne noch versteckt und auch noch mit nicht so viel Kraft, das ich den Sand wirklich spüren könnte. Vielleicht ein ander mal? Vielleicht ist es nicht an der Zeit zu spüren, diesen Sand. Vielleicht ist es
an der Zeit innezuhalten um dem nachzuspüren was gefühlt werden möchte. Manche Welle klatscht an Steine und ich höre keinen Schrei. Sie kennt es wohl nicht anders. Sie rollt an und bricht sich an dem kleinen Fels. Und zerspringt in tausend Teile welche sich auf das Wasser legen um wieder wo anders hin zu kommen, im gleichen Meer.
Möchte das mir etwas erzählen? Möchte es mir sagen, deine Gefühle lass sie in alle Richtungen spüren und lerne was zu lernen ist. Ja, vielleicht. Vielleicht war es aber eben nur eine Welle die an Land kam. Wer weiß das schon? Mein Gefühl.


Jana Goeritz 19.02.18






"Feuergeist"



Leise wird der Sternenhimmel über uns gezogen. Die herannahende Nacht verzaubert mit vielen kleinen Lichtern das Gemüt. Vor uns knistern. Das zusammengetragene Geäst fängt Feuer und es greift um sich immer mehr. Unsere Blicke verfangen sich im hellen Schein der Flammen und halten scheinbar fest. Gedanken und Gefühle erzählen lass es los, übergib dem kleinen Flammenmeer das, was nicht mehr zu dir gehören sollte. Bildlich reich ich den Flammen die Hand und lass los von alten, aufgebrauchten Mustern. Und da plötzlich sah ich ihn! Den Feuergeist! Er schrie um sich als wollte das übergebende wieder zurück zu mir finden. Es fühlte sich an wie "Haltet an mir fest!"  Kurz ging ich einen Schritt zurück, so als ob ich am Geist des Feuers zweifeln könnte, doch das alte hielt an ihm fest und ich fühlte etwas wie Leichtigkeit.

Jana Goeritz  19.02.18



"Dicke Mauern"



Da stand sie nun in mitten ihres Lebens und sah die anderen tanzen. Aus ihrem dunklen Gemach schaute sie ihnen zu. Doch sie schien sich vor dem Licht zu fürchten. Das Helle, das Lebendige es war ausserhalb ihrer dicken Mauern und manchmal stand sie am offenen Fenster und fühlte sich allein. Anscheinend gab es nichts das ihr helfen konnte ihre eigene gesetzte Grenze zu durchbrechen und manch anderer würde wohl meinen, es wäre doch ganz einfach. Doch war es das? Die Fenster zum Leben weit geöffnet und doch fand in ihr so recht keines statt. Die frische Luft jeden Morgen atmete sie mit tiefen Zügen ein und ihre Seele aber flog nicht davon. Vielleicht waren es Erinnerungen aus einer längst vergangenen Zeit, welche ihr im Wege standen? Vielleicht war es aber auch nur ein Gefühl der Angst und diese galt es zu durchbrechen, hinter sich zu lassen , aufzulösen. Wenn alles eine Zeit hat, dann auch dies. Eine Zeit des Innehaltens, eine Zeit des Lernens und auch eine Zeit des Vorwärtsgehens. Wann diese Zeit für sie gekommen, wird sie nur allein fühlen k
önnen.
 

Jana Goeritz 19.02.18